Kreditnutzung der Verbraucher bleibt stabil: Finanzierungen stützen privaten Konsum
Jeder dritte Verbraucherhaushalt nutzt Finanzierungen, um Konsumgüter zu bezahlen. Dieser Anteil ist auch in Corona-Zeiten konstant geblieben, die Anzahl reiner Online-Kreditabschlüsse im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Das ergibt eine Studie im Auftrag des Bankenfachverbandes (BFACH).
Für die Studie wurden 1947 Personen zwischen 18 und 69 Jahren repräsentativ befragt. Die Ergebnisse basieren auf den Angaben der Verbraucher im Juli 2020 und beziehen sich auf sämtliche Finanzierungen, die zu diesem Zeitpunkt genutzt wurden, unabhängig davon, wann der Vertragsschluss erfolgt ist.
BFACH-Geschäftsführer Jens Loa kommentiert das Ergebnis:
Die Bedeutung von Finanzierungsoptionen und deren stabilisierende Wirkung auf den Privaten Konsum und die konjunkturelle Entwicklung zeigen sich in der aktuellen Corona-Krise besonders deutlich.
Bedeutung der Konsumfinanzierung wächst
Zwei Drittel aller im Handel finanzierten Käufe wären der Studie zufolge ohne die Möglichkeit, in Raten zu bezahlen, nicht erfolgt. Vor zehn Jahren lag der Anteil der sonst nicht gekauften Finanzierungsgüter noch bei der Hälfte. Mehr als 70 Prozent der Finanzierungsnutzer fragen Ratenzahlungen dabei aktiv nach.
Loa kommentiert:
Die Bedeutung alternativer Bezahloptionen hat deutlich zugenommen.
Der Hauptgrund für die Nutzung einer Konsumfinanzierung per Ratenkredit ist dabei nach wie vor die Anschaffung eines Pkw. Gebrauchtwagen machen 30 Prozent und Neuwagen 29 Prozent der Verwendungszwecke aus, gefolgt von Möbeln und Küchen, Unterhaltungselektronik sowie Haushaltsgroßgeräten.
Mehr Online-Kreditabschlüsse
Jeder dritte Ratenkredit kommt über das Internet zustande, zum Beispiel via Online-Antrag. Deutlich gewachsen sind dabei Finanzierungen, die nicht nur online beantragt, sondern auch abgeschlossen werden, also per Fernidentifizierung und elektronischer Signatur. Der Anteil reiner Online-Kredite ist von einem Prozent im Vorjahr auf aktuell vier Prozent gestiegen.
Loa meint:
Diese Quote ist noch ausbaufähig.
Der Bankenfachverband setzt sich seit Langem für gesetzliche Erleichterungen ein, um verbrauchergerechte digitale Kredite zu ermöglichen. Die aktuellen Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie unterstreichen aus Sicht des Verbandes die Notwendigkeit einfacher digitaler Abschlüsse auch für Finanzierungen. Ein Original-Content von: Bankenfachverband e.V. übermittelt durch news aktuell. Die vollständige Marktstudie Konsum- und Kfz-Finanzierung 2020 finden Sie hier: https://ssl.bfach.de/media/file/38311.pdf
Themen:
LESEN SIE AUCH
European Banking Study 2020: COVID-19-Pandemie hat Europas Banken fest im Griff
Postbank Wohnatlas 2020: Hier fahren Wohnungskäufer günstiger als Mieter
Sieben Wahrheiten: Was Sie schon immer über kontaktloses Bezahlen wissen wollten
Einnahmen der Banken werden 2020 um 20 Prozent sinken
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Steigende Anleiherenditen: Deutschlands Schuldenpolitik wird teuer
Die Finanzmärkte reagieren sensibel auf wirtschafts- und fiskalpolitische Entscheidungen. Das zeigt sich aktuell in der Entwicklung der Renditen für zehnjährige Bundesanleihen, die in den letzten Wochen von 2,5 % auf 2,9 % gestiegen sind.
EZB vor erneuter Zinssenkung – trotz Unsicherheiten und Inflationsrisiken
Die Europäische Zentralbank (EZB) wird heute um 14:15 Uhr MEZ ihre neuesten Beschlüsse zu den Leitzinsen und weiteren geldpolitischen Maßnahmen veröffentlichen. Im Anschluss wird EZB-Präsidentin Christine Lagarde um 14:45 Uhr MEZ auf einer Pressekonferenz die Entscheidungen erläutern. Erwartet wird eine weitere Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte, womit der Einlagensatz auf 2,5 % sinken würde.
Sechs Mythen der Dividendenstrategie: Worauf Anleger achten sollten
Die Dividendensaison im deutschen Leitindex DAX beginnt – ein guter Zeitpunkt, sich mit den häufigsten Irrtümern rund um Dividendenaktien auseinanderzusetzen. Benjardin Gärtner, Leiter Portfoliomanagement Aktien bei Union Investment, erläutert in seinem Gastbeitrag, welche Mythen Anleger kennen sollten.
Bundestagswahl hinterlässt kaum Spuren an den Finanzmärkten
Die Märkte haben gelassen auf das Wahlergebnis in Deutschland reagiert. Während der Euro leicht zulegte und Aktien-Futures moderat im Plus notieren, bleiben die Bewegungen am Anleihemarkt verhalten. Laut Annalisa Piazza, Anleiheexpertin bei MFS Investment Management, sind viele Risiken bereits eingepreist. Doch der finanzpolitische Kurs der neuen Bundesregierung wird genau beobachtet – insbesondere mit Blick auf Konjunktur, Schuldenbremse und Verteidigungsausgaben.