Neben den persönlichen Einschränkungen und der gesundheitlichen Risiken bringt die Corona Pandemie auch eine massive wirtschaftliche Herausforderung für viele Länder mit sich. Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Krise, für Ersparnisse auf der Bank erhält man kaum mehr Zinsen und die Inflation lässt das eigene Geld immer weniger Wert werden.
Viele Menschen interessieren sich deshalb für alternative Investitionsmöglichkeiten wie Aktien, Immobilienfonds, Edelmetalle und Kryptowährungen. In diesem Artikel möchten wir einen Überblick über die Investition in die Börse, insbesondere mit dem Hintergrund der globalen Finanzkrise, bieten.
Vom Aufstieg profitieren
Eine Finanzkrise ist ein wahrer Horror für alle, die kurz vor einem großen Crash mit viel Geld in die Börse eingestiegen sind. Aktien und Wertpapier verlieren rasant an Wert, während Edelmetalle als sogenannter „sicherer Hafen“ stark steigen. Wenn man sich hier richtig positioniert hat, kann man viel Geld verdienen, bei einem falschen Einstieg jedoch auch viel verlieren. Anleger, die jetzt noch Devisen haben, können jedoch von günstigen Kursen profitieren, zu guten Konditionen einkaufen und hohe Gewinne erzielen.
Hierbei ist der Zeitpunkt des Kaufes essentiell. Eine Wirtschaftskrise kann sich über mehrere Jahre hinziehen, wie es zum Beispiel nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000 der Fall war.
Ideal ist es natürlich, wenn man bei fallenden Kursen die Bodenbildung abwartet. So kann man zum bestmöglichen Preis einkaufen und dann Wertzuwachs erwarten.
Wenn die Krise vorbei ist und sich die Wirtschaft wieder erholt hat, werden die Kurse steigen.
Viele werden dann das Gefühl haben, jetzt Geld verdienen zu können und einsteigen – jene, die jedoch in der Krise günstig gekauft haben, sind die wahren Profiteure des Aufstiegs.
Der „Cost-Average-Effekt“
Da in einer Krise von hohen Schwankungen der Indizes auszugehen ist, muss man sich überlegen, wie man am besten einsteigt, um nicht zu teuer zu kaufen. Niemand kann genau sagen, wann der Boden für einen Preissturz erreicht ist. Hierfür bietet sich das Etappen-Kauf gut an. Man investiert also nicht das komplette Kapital auf einmal und geht somit ein hohes Risiko ein, sondern teilt sein Geld auf mehrere Tranchen auf.
So kann man immer wieder die Marktlage checken und gegebenenfalls optimieren. Wenn es günstig ist, kauft man mehr, wenn die Preise steigen, wieder weniger. Viele Broker ermöglichen es, automatische Sparpläne anzulegen. Damit kann man dann rational und regelmäßig Geld investieren und ansparen, ohne ein zu großes Risiko einzugehen. Für die gekauften Aktien bietet sich hier am besten die „Buy- and Hold“ Strategie an.
Hierbei geht es darum, Aktien möglichst günstig zu kaufen, Rendite in Form von Ausschüttungen zu kassieren und vom allgemeinen Steigen der Wirtschaft zu profitieren. So ein Halten kann kurz- mittel und langfristig erfolgen, je nach angestrebtem Gewinn.
Diversität ist alles
Beim Investieren in der Krise sollte man auf einige Regeln achten: Insbesondere Kleinanleger sollten niemals nur auf eine Einzelaktie setzen. Dies gilt insbesondere in Zeiten von Finanzkrisen. Eine längere wirtschaftliche Schieflage kann insbesondere kleinere Einzelunternehmen in die Insolvenz treiben. Idealerweise kauft man also nicht nur verschiedene Aktie, sondern verteilt sein Kapital auch auf unterschiedliche Branchen und Regionen.
Während zum Beispiel in den USA und in Europa die Börsen und Aktien gerade an Wert verlieren, steigen die Kurse in Asien gerade stark, da diese besser durch die Corona-Pandemie kommen. Wer also kein zu großes Risiko eingehen und eventuelle Verluste mit Gewinnen ausgleichen möchte, streut sein Geld auch auf unterschiedliche Branchen und Regionen.
Auch in ETFs kann man investieren, hier braucht man keine Aktien auszuwählen, sondern investiert in einen Fonds, der das eigene Geld ideal streut. Es gibt Regionale-ETFs, Branchen-ETFs und ETFs die die komplette Weltwirtschaft abbilden.
Sollte man also investieren?
„Die Börse klingelt nicht.“ lautet ein bekanntes Sprichwort an der Wallstreet. Es gibt keine sichere Technik, die richtigen Ein- und Ausstiegszeiten zu ermitteln. Daher ist es für Anleger besonders wichtig, ihre eigene Anlagestrategie zu finden geduldig daran festzuhalten.
Allgemein kann gesagt werden, dass Krisen, in denen Kurse stark fallen, gute Zeitpunkte sind, um sich vorsichtig an alternative Vermögensgüter heranzutasten. Wer seine Anlagen diversifiziert, verringert das Risiko, Verluste zu machen. Eines sollte man nicht aus den Augen verlieren: Der Verlust von Chancen kann auch ein Risiko sein.
Themen:
LESEN SIE AUCH
DIVA-Institut untersucht Inflationsängste
Börsen im Corona-Schock: Wie sich Sparer jetzt Hunderte Euro Zinsen sichern
Deutscher Geldanlage-Index Sommer 2024: Aktienkultur weiter auf dem Vormarsch
Anfang August sorgte ein "Mini-Crash" an den Börsen für Unruhe und Turbulenzen. Doch das Meinungsklima in der Bevölkerung zur aktienbasierten Geldanlage ist intakt. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) bei der Veröffentlichung der aktuellen Ausgabe des Deutschen Geldanlage-Index.
Aktienkultur in Deutschland weiter auf dem Vormarsch
Der aktuelle Stimmungsindex DIVAX-GA zeigt auf: Die Deutschen lassen sich bei der Aktienanlage von kurzfristigen Rücksetzern nicht mehr allzu sehr beeindrucken. So wollen knapp 40 Prozent der Bundesbürger das aktienbasierte Sparen in den nächsten ein bis drei Jahren ausweiten.
Unsere Themen im Überblick
Themenwelt
Wirtschaft
Management
Recht
Finanzen
Assekuranz
Nachhaltige Geldanlage: Jeder Zweite würde für den guten Zweck auf Rendite verzichten
Nachhaltigkeit ist bei der Geldanlage längst kein Nischenthema mehr. Eine neue forsa-Studie im Auftrag der BarmeniaGothaer zeigt: Die Hälfte der Deutschen misst nachhaltigem Investieren große Bedeutung bei – auch wenn das weniger Rendite bedeutet. Besonders hoch ist das Interesse bei der GenZ.
Langfristige Geldanlage: Wie kluge Entscheidungen die Rendite steigern
Sparer, die sich für eine langfristige Anlagestrategie entscheiden, können von den Vorteilen des Zinseszinseffekts profitieren. Doch viele Anleger treffen Entscheidungen, die ihre Rendite drastisch schmälern. Das Beratungsportal Finanztip hat in einer umfassenden Modellrechnung fünf Anlageprodukte verglichen.
Bundesanleiherenditen steigen: Märkte honorieren Investitionsimpuls – keine Anzeichen für Bonitätsverlust
Ein Paper von Florian Schuster (Dezernat Zukunft) analysiert die Renditeentwicklung deutscher Bundesanleihen nach Ankündigung eines ambitionierten Fiskalpakets der zukünftigen Bundesregierung.
„Die USA sind zu einer Quelle der Unsicherheit geworden“
Die geopolitischen Spannungen und wirtschaftspolitischen Entwicklungen in den USA sorgen für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Pilar Gomez-Bravo, Co-CIO von MFS Investment Management und Fondsmanagerin des MFS Meridian Global Total Return Fonds, analysiert die aktuelle Lage und die Auswirkungen auf Anleger.